Mozartkugeln, Gel und
Seelen-Massage
(erschienen in: sport1.at, Anja Schramm)
(Salt Lake City). "Olympia-Styling bei Christa Krista" steht mit schwarzen Lettern auf dem kleinen weißen Papp-Schild am Zaun vor dem Österreich-Haus. Ganz unauffällig, doch die Wienerin muss nicht groß Reklame für ihren Service machen.

Seit sechs Jahren ist die Friseur-Meisterin mit dem Ski-Zirkus unterwegs, Olympia inklusive. Hermann Maier, Renate Götschl oder Sonja Nef gehen bei ihr ein und aus. Und auch in Salt Lake City kommen die Super-Stars ins Kellergeschoss des Hauses an der South Temple Street.

Zwischen Mozartkugeln, Wiener Kaffee und einem roten Tulpenstrauß hat Christa hinter einer kleinen Bar ihr gesamtes Sortiment aufgebaut. Ein Friseurstuhl, Spiegel und ein Regal randvoll mit Handtüchern, Shampoo, Wachs und Haarspray.

Schneiden, färben, föhnen für den guten Zweck
"Die Idee kam mir 1995. Ich wollte, dass die Ski-Mädchen besser aussehen", erzählt Christa. "Es hat mich gestört, dass es immer hieß: Whow, fahren die gut, aber so ausschauen will ich nicht."

Seit dem ist der begeisterte Ski-Fan regelmäßig bei Weltmeisterschaften und Weltcups vor Ort. Alle vier bis sechs Wochen reist sie im Winter an. Schneidet, färbt, föhnt - und das alles kostenlos, zumindest für die Rennläufer.

Auch Journalisten, Funktionäre und Freunde des Hauses dürfen kommen. Deren Obulus spendet Christa für wohltätige Zwecke. In Salt Lake City profitiert davon der Verein für Behindertenhilfe im österreichischen Korneuburg.

Styling auch für die Seele
"Ich schneide nicht nur die Haare oder zeige den Mädchen, wie man sich richtig schminkt. Für die Athleten bin ich auch eine Anlaufstelle, um Dinge loszuwerden. Sie wissen", fügt sie hinzu, "bei mir können sie sich ausheulen."

Oder aber eine Geburtstags-Überraschung planen, wie vor Jahren Rainer Salzgeber, mittlerweile der Mann von Anita Wachter. Der Riesenslalom-Spezialist ließ sich extra die Haare schwarz färben. "Er wollte sich Anita als feurigen Italiener schenken", erzählt Christa die Anekdote.

Ausrüstung für jeden Typ und 8000 Euro
Nach Salt Lake City ist sie mit 14 Kisten voll mit Handwerkszeug gereist. 4000 Milliliter Shampoo für jeden Haar- und Kopfhauttyp, dazu alle erdenklichen Finishprodukte, Scheren, Kämme und 120 Handtücher haben den Weg von Wien bis in die Olympia-Metropole hinter sich.

Ware für 8000 Euro wird sie während der Winterspiele verarbeiten, prophezeit Christa. Sponsoren sorgen dafür, dass ihr keine Unkosten entstehen.

Gel bei den Herren im Olympia-Trend
Eine spezielle Olympia-Frisur gebe es nicht, erklärt sie. "Aber generell ist auffallend, dass es bei den Herren keinen Kopf gibt, der nicht mit Gel gestylt ist", nennt Christa den wichtigsten Salt-Lake-City-Trend.
Ein Haupt golden färben durfte Christa in der vergangenen Woche auch. Abfahrts-Olympiasieger Fritz Strobl gab sich nach seinem Triumph in Snowbasin die Ehre.
Neben perfektem Styling hat der unkonventionelle Salon in Salt Lake City auch noch einen weiteren Vorteil: "Das ist wohl der einzige Ort während der Winterspiele, an dem man gemütlich sitzen kann und auch rauchen darf", beschreibt Christa ihre Keller-Oase neben dem Österreich-Haus.

Sponsoren (damals):
>Schwarzkopf Professional
>Firma Gabriel
>Jacobs Cafe
>österr. Wirtschaftskammer (WKO)

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weitere Berichte:
> Eindrücke aus Salt Lake (1,2)
> Christa's Olympia-Salon (1,2)
> unterwegs mit der Sportprominenz

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